Live Bericht Weltmeisterschaften 2022: Anna Elendt holt Silber über 100 Brust

by Daniela Kapser 0

June 20th, 2022 Deutsch

2022 FINA WORLD AQUATICS CHAMPIONSHIPS

Viele neue Weltmeister könnte es heute Abend geben, Teenager, die vielleicht ihre erste internationale Medaille gewinnen wie David Popovici aus Rumänien über 200 m Freistil. Und können Ryan Murphy und Lilly King über die 100 m Rücken bzw. 100 m Brust ganz vorne mitmischen? Beide sind nicht unter den TOP 5 ins Finale eingezogen und starten auf Außenbahnen. Regan Smith aus den USA wackelte im Vorlauf am Weltrekord über 100 m Rücken.

Aus deutscher Sicht hat Anna Elendt als Vorlaufschnellste und Dritte der Weltrangliste 2022 Medaillenchancen über 100 m Brust (PB 1:05,58, deutscher Rekord) . Lukas Märtens hat sich über 400 m Freistil den Traum von einer WM Medaille bereits erfüllen können mit Silber. Er startet im Finale über 200 m Freistil (PB 1:45,44). Wobei er heute Vormittag noch einen Angriff auf das Finale über 800 m Freistil startete, aber nicht unter die besten Acht kam, die Rennen über 400 m Freistil und der Vorlauf und das Halbfinale über 200 m Freistil forderten dann doch ihren Tribut.

Und Lucas Matzerath hat über die 100 m Brust mit einem sechsten Platz bisher eine überzeugende Leistung abgeliefert. So schwamm er auch direkt im Vorlauf über 50 m Brust noch einmal Bestzeit in 27,01 Sekunden und hat mal einen vorsichtigen Blick auf den deutschen Rekord von Hendrik Feldwehr aus dem Jahr 2009 geworfen, die 26,83 Sekunden sind nicht mehr allzu weit weg. ” “Bis jetzt habe ich noch keinen deutschen Rekord und ich würde mir natürlich wünschen, den im Verlauf der nächsten Tage zu knacken”, erklärte Matzerath.

Der deutsche Rekord über 200 m Freistil bei den Damen steht bei 1:55,68 und wird seit 2007 von Annika Lurz gehalten, im Moment vielleicht noch außerhalb der Reichweite von Isabel Gose, die am Vormittag in 1:57,94 Minuten als neuntschnellste ins Halbfinale kam. “Eine Vorlaufzeit unter 1:58 ist schon mal ganz ordentlich. Ich habe das Wasser nicht so gut fassen können, das habe ich die letzten 50 Metern dann noch ganz schön gemerkt”, sagte Gose. Ihre Bestzeit sind im Moment 1:56,80 Minuten, diese Zeit schwamm sie bei den Olympischen Spielen in Tokio.

 

100 m Brust, Frauen, FINALE

  • World Record: 1:04.13, Lilly King (USA) – 2017 World Championships
  • Championship Record: 1:04.13, Lilly King (USA) – 2017 World Championships
  • 2021 Olympic Champion: Lydia Jacoby (USA), 1:04.95
  • 2019 World Champion: Lilly King (USA), 1:04.93

TOP 8 Ergebnis

  1. Benedetta Pilato ITA 1:05,93
  2. Anna Elendt GER 1:05,
  3. Ruta Meilutyte LTU 1:06,02
  4. Lilly King USA 1:06,07
  5. Reona Aoki JPN 1:06,38
  6. Sophie Hansson SWE 1:06,39
  7. Quianting Tang CHN 1:06,41
  8.  MollyRenshaw GBR 1:06,60

Nach 50 m wendet die Chinesin Tang zuerst. Anna Elendt legt ein tolles Finish hin und wird Zweite in 1:05,98 Minuten. Es siegt die Italienerin Benedetta Pilato in 1:05,93 Minuten und da fließen auch die Tränen bei der 17-Jährigen. Einen deutschen Rekord musste Anna Elendt nicht für diesen Erfolg schwimmen. Nach 50 m lag sie in 31,01 noch auf Platz 7 und nutzte dann ihre Chance, fast am ganzen Feld vorbeizuziehen. Sehr souveräner zweiter Platz für die Schwimmerin, die in den USA trainiert und immer schneller wird.

 

200 m Freistil Männer, FINALE

  • World Record: 1:42.00, Paul Biedermann (GER) – 2009 World Championships
  • Championship Record: 1:42.00, Paul Biedermann (GER) – 2009 World Championships
  • 2021 Olympic Champion: Tom Dean (GBR), 1:44.22
  • 2019 World Champion: Sun Yang (CHN), 1:44.93

TOP 8 Ergebnis

1 POPOVICI David ROU 1:43.21 WJ
2 HWANG Sunwoo KOR 1:44.47
3 DEAN Tom GBR 1:44.98
4 KIBLER Drew USA 1:45.01
5 AUBOCK Felix AUT 1:45.11
6 SMITH Kieran USA 1:45.16
7 MARTENS Lukas GER 1:45.73
8 WINNINGTON Elijah AUS 1:45.82

 

Okay, das war nix. Wegen Internetproblemen ist der Live Berichts in den Weiten des Netzes verschwunden.

Also noch einmal: Popovici stellt erneut einen Junioren-Weltrekord auf, in 1:43,21 Minuten. Lukas Märtens stecken die bisherigen Rennen in den Knochen, er wird Siebter in 1:45,73 Minuten. Er kann das Tempo von Popovici und Dean, die beide auf den ersten 100 Metern unter 50 Sekunden angehen, nicht mithalten. Für einen Siebzehnjährigen schwimmt David Popovici sehr souverän und cool, im Interview sagt er aber, dass er total erledigt ist.

Lukas Märtens war der erster Deutsche in einem 200m-Finale seit sieben Jahren. 2015 bei der Weltmeisterschaft in Kazan (RUS) hatte Paul Biedermann über diese Distanz die Bronzemedaille gewonnen. “Ich bin super zufrieden. Ich hatte im vorhinein schon gedacht, dass ich so schnell sein könnte. Aber es hat sich auch einfach gut angefühlt, im ganzen Rennen. Dass ich den Australier dann noch bekommen habe, ist dann noch ein schöneres Gefühl”, sagte Märtens. Ich denke, so kann ich jetzt erstmal zufrieden in die drei Tage Pause starten, denn die brauche ich jetzt definitiv.” Während andere Schwimmer wie Winnington oder Felix Auböck (AUT) auf die 800 Meter verzichteten, um sich für das 200m-Finale zu schonen, hatte sich Märtens gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn bewusst für dieses anspruchsvolle Programm entschieden, um für künftige Wettkämpfe wie die Olympischen Spiele 2024 in Paris (FRA) die richtigen Taktiken und Automatismen zu entwickeln. “Es ist hart, aber ich habe mir das so ausgesucht und genau so soll es sein”, meinte Märtens. In Paris werde er wahrscheinlich nicht über fünf Strecken an den Start gehen, “da ist es besser, das Rennen jetzt mitzunehmen. In so einem WM-Finale steht man ja auch nicht jeden Tag.”

Bernd Berkhahn erklärte dazu: “Wir ziehen nicht zurück. Die Perspektive ist, dass Lukas das irgendwann schafft, diesen Stiefel durchzuziehen. Daher pokern wir hier nicht. Bis zu den 1500 Metern sind es nun ein paar Tage, auch weil die Staffel weggefallen ist (weil Josha Salchow mit einer Coronavirus-Infektion ausfällt, Anm. d. Red.), da wird er sich wieder erholen und um die Medaillen mitkämpfen können.” Der Vorlauf über die 1500m Freistil ist am Freitag, das Finale am kommenden Samstag. Dann will sich Lukas Märtens in der Duna-Arena erneut in Topform präsentieren. (Quelle: DSV)

All-Time Performances, Men’s 200 Freestyle (LCM)

  1. Paul Biedermann (GER), 1:42.00 – 2009 World Championships
  2. Paul Biedermann (GER), 1:42.81 – 2009 World Championships
  3. Michael Phelps (USA), 1:42.96 – 2008 Olympic Games
  4. Yannick Agnel (FRA), 1:43.14 – 2012 Olympic Games
  5. David Popovici (ROU), 1:43.21 – 2022 World Championships

  6. Michael Phelps (USA), 1:43.22 – 2009 World Championships
  7. Michael Phelps (USA), 1:43.31 – 2008 Olympic Games
  8. Paul Biedermann (GER), 1:43.65 – 2009 World Championships
  9. Michael Phelps (USA), 1:43.86 – 2007 World Championships
  10. Danila Izotov (RUS), 1:43.90 – 2009 World Championships

 

1500 m Freistil Frauen, FINALE

TOP 8 Ergebnis

  1. Katie Ledecky (USA), 15:30.15
  2. Katie Grimes (USA), 15:44.89
  3. Lani Pallister (AUS), 15:48.96
  4. Moesha Johnson (AUS), 15:55.75
  5. Simona Quadarella (ITA), 16:03.84
  6. Beatriz Pimentel Dizotti (BRA), 16:05.25
  7. Viviane Jungblut (BRA), 16:13.89
  8. Kristel Kobrich (CHI), 16:20.24

Katie Ledecky schwimmt ein dominantes Rennen und gewinnt mit über 14 Sekunden Vorsprung vor der zweiten Amerikanerin, Katie Grimes, die gerade mal 16 Jahre alt ist.

 

50 m Brust Männer, HALBFINALE

  • World Record: 25.95, Adam Peaty (GBR), 2017
  • Championships Record: 25.95, Adam Peaty (GBR), 2017
  • 2019 World Champion: Adam Peaty (GBR) – 26.06

TOP 8 ins Finale

1 Nicolo Martinenghi ITA 26,56
2 Michael Andrew USA 26,73
3 Nic Fink USA 26,74
4 Lucas Matzerath GER 26,99
5 Simone Cerasuolo ITA 27,01
6 Zibei Yan CHN 27,07
7 Bernhard Reitshammer AUT 27,11
8 Silva Franca BRA 27,20

Mit neuer persönlicher Bestzeit und erstmalig unter 27 Sekunden, erreicht Lucas Matzerath das Finale in 26,99 Sekunden. Wieder eine tolle Leistung des 22-Jährigen. “Es hat Spaß gemacht, neben dem Italiener zu schwimmen, Martinenghi ist ja gestern auch über die 100 Meter Weltmeister geworden. Es ist immer eine extra Motivation, wenn man sieht, dass man da ein bisschen dran bleiben kann. Das zieht einen dann schon ein Stück”, erzählte Matzerath. Ins morgige Finale geht er nun durchaus selbstbewusst: “Es wird spannend morgen, auf 50 Metern sind alle Karten immer offen. Hat einer einen schlechten Start oder der Anschlag passt nicht, dann kann alles drin sein. Ich werde morgen ausgeruht sein und dann schauen wir mal, was geht.” (Quelle: DSV)

100 m Rücken Frauen, FINALE

  • World Record: 57.45, Kaylee McKeown (AUS) – 2021 Australian Olympic Trials
  • Championship Record: 57.57, Regan Smith (USA) – 2019 World Championships
  • 2021 Olympic Champion: Kaylee McKeown (AUS), 57.47
  • 2019 World Champion: Kylie Masse (CAN), 58.60

TOP 8 Ergebnis

1 Regan Smith USA 58,22
2 Kylie Masse CAN 58,40
3 Claire Curzan USA 58,67
4 Letian WAN CHN 59,77
5 Emma Terebo FRA 59,98
6 Kira Toussaint NED 59,99
7 Xuwei Peng CHN 01:01,01
7 Eira Medi Harris GBR 01:00,01

 

100 m Rücken Männer, FINALE

TOP 8 Ergebnis

1 Thomas Ceccon ITA 51,60 WR, ER, CR
2 Ryan Murphy USA 51,97
3 Hunter Armstrong USA 51,98
4 Yohann Ndoye FRA  52,50
5 Apostolos Christou GRE 52,57
6 Ksawery Masiuk POL 52,75
7 Ryosuke Irie JPN 52,83
8 Robert Glinta ROU 53,63

Der Grieche Apostolos Christou stellte im Halbfinale einen neuen Championship Record auf in 52,09 Sekunden. Im Finale ist es der Italiener Thomas Ceccon, der mit einem neuen Weltrekord und dazu mit  einem Schnäuzer gewinnt. Der nun Ex-Weltrekordhalter Ryan Murphy wird Zweiter vor Hunter Armstrong, ebenfalls aus den USA. Und 50.000 USD gibt es auch noch. Dem Italiener fehlen die Worte. Mit dem Sieg hat er nicht gerechnet. Und 0,25 Sekunden eines Weltrekordes zu verbessern, ist eine tolle Leistung auf einer 100 m Strecke. Auf den ersten 50 m führte noch Ryan Murphy, unter WR Pace in 25,02 Sekunden. Gut vorstellbar, dass Ryan Murphy in der 4 x 100 m Lagenstaffel den Rekord wieder angreift.

Frauen 200 m Freistil, HALBFINALE

  • World Record: 1:52.98, Federica Pellegrini, 2009
  • Championships Record: 1:52.98, Federica Pellegrini, 2009
  • 2021 Olympic Champion: Ariarne Titmus (AUS) – 1:53.50
  • 2019 World Champion: Federica Pellegrini (ITA) – 1:54.22

TOP 8 ins Finale

  1. Freya Anderson GBR 1:56,05
  2. Madison Wilson AUS 1:56,31
  3. Mollie O’Callaghan AUS 1:56,34
  4. Charlotte Bonnet FRA 1:56,54
  5. Junxuan Yang CHN 1:56,75
  6. Taylor Ruck CAN 1:56,80
  7. Isabel Gose GER 1.56,82
  8. Muhan Tang CHN 1:56,87

Isabel Gose startet im zweiten Lauf und wird Dritte in 1:56,82, knapp über ihrer Bestzeit mit 0,02 Sekunden. Sie erreicht als Siebte das Finale. Beide Amerikanerinnen schaffen es nicht ins Finale, sehr ungewöhnlich bei einer WM. Isabel Gose ist das Rennen taktisch sehr gut geschwommen und hat auf den letzten Metern sich noch mal richtig durchgebissen, dort wurde Finale oder nicht Finale entschieden.

“Ich habe mein Ziel erreicht. Ich habe gesagt, ich muss eine Sekunde schneller schwimmen (als im Vorlauf, Anm. d. Red.). Ich bin so glücklich”, jubelte Gose nach ihrem Lauf. “Bernd (gemeint ist Bundestrainer Bernd Berkhahn, Anm. d. Red.) hat zu mir gesagt, die letzten 50 Meter soll ich wie im Training kämpfen, Arme lang lassen, scheiß egal, einfach alles reinhauen – und genau das habe ich gemacht und es hat gereicht”, sprudelte es vor lauter Freude aus ihr heraus. (Quelle: DSV)

Zuletzt hatte auf dieser Strecke 2011 in Shanghai (CHN) eine Deutsche im Finale gestanden: Silke Lippok war es, die damals Platz acht erreichte.

Männer 200 m Schmetterling, HALBFINALE

TOP 8 ins Finale

  1. Kristof Milak (HUN), 1:52.39
  2. Tomoru Honda (JPN), 1:54.01
  3. Noe Ponti (SUI), 1:54.20
  4. Leon Marchand (FRA), 1:54.32
  5. Luca Urlando (USA), 1:54.50
  6. Tamas Kenderesi (HUN), 1:54.79
  7. Alberto Razzetti (ITA), 1:54.87
  8. James Guy (GBR), 1:54.91

 

 

 

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