Tag 1 Singapore World Cup abgesagt wegen schlechter Luft

  0 Daniela Kapser | October 03rd, 2015 | Deutsch

Die Finalläufe des ersten Wettkampftages des Weltcups in Singapore wurden wegen zu Schadstoffen in der Luft abgesagt. Der Schwimmverband in Singapore (Singapore Swimming Association) wies darauf hin, dass bereits seit längerer Zeit Bedenken bestanden, den Wettkampf durchführen zu können, da wegen Waldbränden in Indonesien, die vermutlich durch illegale Rodungen verursacht werden, der Wind viele Rauchpartikel nach Singapore bläst.
Die Organisatoren werden die Tickets ersetzen und das Preisgeld wird an die Schwimmer auf Basis der Ergebnisse der vorherigen Wettkämpfe dieses Clusters ausgezahlt. Jose Raymond, der Vizepräsident des Schwimmverbandes in Singapore, erklärte, dass sie die Möglichkeit abwägen werden, sich unter Umständen an einer Sammelklage gegen diejenigen zu beteiligen, die Waldbrände in Indonesien verursachen.

„Die Luftverschmutzung, die durch die Feuer in Indonesien verursacht wird, ist nicht nur eine Bedrohung unserer Gesundheit, sondern hat auch Monate der Vorbereitung auf den FINA/airweave Schwimm-Welt-Cup zunichte gemacht. Der Verlust aller Beteiligten kann nicht gemessen werden, ob es die Investitionen der Sponsoren, des Veranstalters oder der Einsatz der Freiwilligen sind und natürlich der Einsatz der Athleten und Offiziellen, die nach Singapore gereist sind. Der Schwimmverband Singapore und die FINA bedauern zutiefst, die Finalläufe am ersten Veranstaltungstag absagen zu müssen. Die „Singapore Swimming Association (SSA)“ wird Rechtswege suchen und wird mit anderen Geschädigten gegebenenfalls eine Sammelklage gegen jede in Singapore ansässige Firma anstrengen, die etwas mit den Waldbränden in Indonesien zu tun hat. Die Waldbrände verursachen eine der schlimmsten Luftverschmutzungen, die jemals die Region und insbesondere Singapore, getroffen hat.“

Die FINA hat verkündet, dass die Preisgelder für die ausgefallenen Finalläufe am Samstag an die Schwimmer mit den schnellsten Zeiten aus Hong Kong und Peking unter Einbeziehung der Vorlaufergebnisse in Singapore verteilt werden. Da der Pool in Singapore zwar überdacht, aber an den Seiten geöffnet ist, treffen die hohen Werte der Luftverschmutzung die Schwimmer natürlich hart. Samstagmorgen wurden 172 PSI gemessen – PSI bedeutet „Pollutant Standards Index“, damit wird in Singapore der Grad der Luftverunreinigung gemessen. Somit lag das Messergebnis zwar noch unter der für Menschen sehr bedenklichen Schwelle von 200, aber bereits um vier Uhr nachmittags war der Wert auf 190 und dann bis zum Zeitpunkt der abgesagten Finals sogar auf 222 gestiegen – somit war die Absage absolut gerechtfertigt.

Katinka Hosszu (Ungarn), die Gewinnerin des Gesamtweltcups 2014, schrieb auf ihrer Facebook-Seite:
„Leider wurden die Finalläufe hier in Singapore abgesagt. Der PSI liegt um 200 wegen Waldbränden in Indonesien – dies ist ein die Gesundheit gefährdender Wert und deswegen hat die FINA die Finalläufe abgesagt. Hoffentlich ist die Luftqualität morgen besser, so dass der Wettkampf stattfinden kann.“

Zum Hintergrund der Brände in Indonesien: Dort werden immer wieder Wälder illegal abgebrannt damit Plantagen für die Produktion von Palmöl und Nutzholz angelegt werden können. Dies ist die Hauptursache für die schlechte Luftqualität zur Zeit in Singapore.

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