Hentke gewinnt Gold – und andere Highlights Europameisterschaften 2016

by Daniela Kapser 0

May 23rd, 2016 Deutsch, Video

 

Europameisterschaften Schwimmen 2016

 

Franziska Hentke hat im letzten Finalabschnitt bei den Europameisterschaften in London die Goldmedaille über die 200 m Schmetterling gewonnen und somit ist sie jetzt Europameisterin auf der Kurz- und auf der Langbahn. Sie gewann neben Marco Koch die einzige Medaille für das DSV-Team, das mit einer kleinen Nachwuchsmannschaft angereist war – Cheftrainer Henning Lambertz hatte nur Paul Biedermann, Marco Koch und Franziska Hentke die Wahlmöglichkeit gegeben, bei der Europameisterschaft zu starten – ansonsten sollten in London nur einige Youngsters die schwarz/rot/goldenen Farben vertreten.

Ein tolles Team: Franziska Hentke und Trainer Bernd Berkhahn.

Ein tolles Team: Franziska Hentke und Trainer Bernd Berkhahn.Foto: Mirko Seifert

 

 

Somit konnte Deutschland im Medaillenspiegel nicht mehr als einen 9. Platz erringen – die meisten Medaillen gewannen die Ungarn mit einer ausgeglichenen Teamleistung – es war nicht nur die Iron Lady Katinka Hosszu, die Medaillen erschwamm – sie reiste sogar schon am Freitag ab, um sich in Budapest weiter auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Hosszu konnte in zum vierten Mal hintereinander die 200 m Lagen für sich entscheiden – sie hält den Weltrekord in 2:06,12 und steht an der Spitze der Weltrangliste in 2:07,30 vor der Britin Siobhan-Marie O’Connor in 2:09,03 – Hosszu ist die einzige Schwimmerin, die fast immer unter 2:10 schwimmen kann – und wenn die Nerven halten und sie ihre Form: Wer soll ihr den Titel in Rio streitig machen?

 

Ihr ungarischer Teamkollege Laszlo Cseh ist in einer bestechenden Form – wobei er selber dies anders empfindet und gesagt hat, er wäre noch nicht auf seinem Leistungshöhepunkt und er wäre enttäuscht, wenn er in dieser Form nach Rio reisen müsste. Cseh gewann die 100 m Schmetterling in 50,86 und ist damit der einzige Schwimmer unter 51 Sekunden in der Saison 2015/2016. Seine Zeit in London ist auch neuer ungarischer Rekord:

 

Und auch über die 200 m Schmetterling heißt der Europamister 2016 Laszlo Cseh. Der 30-Jährige gewann mit neuen Veranstaltungsrekord und neuer Weltjahresbestzeit von 1:52,91 Minuten und liegt vor dem Japaner Daiya Seto (1:54,14). In London wollte er seinen eigenen Europarekord (1:52,70) brechen – was ihm auch fast gelungen ist – aber auf den letzten 25 m wurden die Arme dann doch etwas schwer.

 

Auch Italiens Federica Pellegrini konnte zum vierten Mal in Folge einen Europameistertitel gewinnen – über die 200 m Freistil holte sie Gold in 1:55,93 Minuten.

 

Sie gehört nun auch mit zu dem elitären Kreis: Yana Klochkova aus der Ukraine gewann die 400 m Lagen in den Jahren: 1999, 2000, 2002 und 2004. Ebenso gewann sie die 200 m Lagen in diesen Jahren, 2000 musste sie sich den Titel allerdings teilen. Die Polin Otylia Jedrzejczak konnte von 2000 bis 2006 viermal in Folge die 200 m Schmetterling gewinnen.

Bei den Herren sind mit Jörg Hoffmann und Michael Groß auch zwei deutsche Schwimmer, die viermal in Folge den Titel holen konnten:

  • Laszlo CsehUngarn, 200 Lagen– FÜNFMAL von 2006-2014
  • Laszlo CsehHungary, 400 Lagen– FÜNFMAL  von 2004-2012
  • Alexander Popov, Russland, 50 Freistil – viermal von 1991-1997
  • Jörg Hoffmann, GDR/GER, 1500 Freistil– viermal von 1989-1995
  • Yuri Prilukov, Russland, 1500 Freistil– viermal von 2002-2008
  • Oleh Lisohor, Ukraine, 50 Brust – viermal von 2002-2008
  • Michael Groß, GER, 200 Schmetterling – viermal von 1981-1987

Bei den Europameisterschaften konnte das italienische Team die “Team trophy” mit nach Hause nehmen – auch wenn Ungarn im Medaillenspiegel vorne lag: Bei der Team Trophy gibt es ein Punktesystem, dass bis Platz 8 berücksichtigt. Die Italiener kommen in dieser Abrechnung auf 875 Punkte vor Großbritannien mit 730 Punkten und Ungarn mit 715 Punkten. So viele Finalteilnahmen hatten die Top-Nationen:

  1. Italien: 71
  2. GB: 59
  3. Ungarn: 53
  4. Polen: 31
  5. Frankreich/Spanien: 27
  6. Schweden: 25

Hier der endgültie Medaillenstand:

RANK NAT WOMEN MEN MIXED TOTAL
G S B TOTAL G S B TOTAL G S B TOTAL G S B TOTAL RNK BY TOTAL
1  HUNGARY 7 2 1 10 3 2 3 8 1 1 10 4 5 19 2
2  GREAT BRITAIN 2 5 5 12 4 1 4 9 1 1 7 6 9 22 1
3  ITALY 1 2 1 4 4 3 4 11 2 2 5 7 5 17 3
4  NETHERLANDS 2 2 2 6 2 1 3 1 1 5 3 2 10 4
5  FRANCE 1 1 4 1 2 7 1 1 4 1 4 9 5
6  SWEDEN 4 1 5 4 1 5 8
7  DENMARK 2 3 1 6 1 1 2 4 1 7 6
8  UKRAINE 1 1 1 1 2 4 1 2 2 5 8
9  POLAND 1 1 2 1 1 2 12
9  GERMANY 1 1 1 1 1 1 2 12
11  LITHUANIA 1 1 2 2 1 2 3 10
12  GREECE 1 1 2 1 1 2 12
13  SPAIN 3 3 6 3 3 6 7
14  ICELAND 2 1 3 2 1 3 10
15  ISRAEL 2 2 2 2 12
16  BELGIUM 1 1 2 1 1 2 12
16  SLOVENIA 1 1 1 1 1 1 2 12
16  RUSSIA 1 1 2 1 1 2 12
19  NORWAY 1 1 1 1 20
19  SERBIA 1 1 1 1 20
19  SLOVAKIA 1 1 1 1 20
22  FINLAND 2 2 2 2 12
23  CROATIA 1 1 1 1 20
23  PORTUGAL 1 1 1 1 20
TOTAL 20 20 20 60 20 20 21 61 2 2 2 6 42 42 43 127

 

(Videos: YouTube, zum Teil AllSportsAthletes)

Es gab in London viele spannende Rennen und viele Schwimmer haben gezeigt, dass sie in Rio um Medaillen mitschwimmen können – viele potentielle Medaillenkandidaten versprechen spannende Rennen: Die Schwimmwelt dreht sich nicht länger nur um die USA und Australien.

Zum Abschluss noch die spannende 4 x 200 m Freistilstaffel der Damen, die Ungarinnen siegten – und eine Katinka Hosszu freut sich, als ob sie gerade einen Weltrekord geschwommen ist. Staffeln sind auch für die im Moment erfolgreichste Schwimmerin der Welt ein besonderes Erlebnis:

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