Wie schnell muss ein Olympiasieger 2016 sein? Versuch einer Vorhersage

by Daniela Kapser 0

July 16th, 2016 Deutsch

Dieser Artikel wurde auf swimswam.com erstmalig 2014 veröffentlicht. Joshua Neuloh und Thomas Kothe haben ein Vorhersage-Modell entwickelt und es Swimnex genannt.

Bereits vor den Olympischen Spielen 2012 gab es eine Swimnex Vorhersage und tatsächlich trafen viele Aussagen zu – inklusive des Weltrekords von Cameron van der Burgh über die 100 m Brust – mit einer Abweichung von nur 0,30 Sekunden.

Joshua Neuloh ist der Mathematiker hinter dem Modell. Er hat sich unzählige Wettkampfergebnisse angesehen, um für die Olympischen Spiele folgende Vorhersagen zu treffen:

  • Wie schnell muss der Olympiasieger schwimmen
  • Wie schnell ein Medaillengewinner
  • Welche Zeit muss mindestens geschwommen werden, um in das Finale zu kommen
  • Welche Zeit wird notwendig sein, um in eine Seminfinale einzuziehen

Er hat weitherhin Weltrekorde vorhergesagt – bei den Frauen:

  • 100 m Rücken (57.90)
  • 100 m Rücken (2:06,61)
  • 400 m Lagen (4:27.38)
  • 4 x 200 m Frestilstaffel (7:40.78)
  • 4 x 100 m Lagenstaffel (3:51,07)

Bei den Herren:

  • 400 m Freistil (3:39,92)
  • 200 m Brust (2:06,39)
  • 200 m Lagen (1:53,53)
  • 4 x 200 m Freistilstaffel (6:57,54)

 

Marco Koch und der Amerikaner Josh Prenot  sind zur Zeit z.B. über die 200 m Brust die schnellsten Herren in 2:07,69 (Koch) und Prenot mit neuer Weltjahresbestzeit bei den US Olympic Team Trials in Omaha in 2:07,17 Minuten, nachdem Kevin Cordes der Schnellste im Seminfinale mit neuem US Open Record in 2:07,81 war. Die 200 m Brust werden in Rio sicher ein sehr, sehr spannendes Rennen werden.

Sieht man sich die aktuelle Weltrangliste an und auch die Zeiten, die bei den US Olympic Trials im Moment geschwommen werden, dann kann man nur sagen: Everything is possible. Bleibt nur abzuwarten, ob die Startzeiten bei den Schwimmern, nämlich Vorläufe ab 12.00 Uhr mittags und Endläufe ab 22.00 Uhr abends, nicht doch einen sehr großen Einfluß auf die Leistungen nehmen werden. Mit Medaillenvergabe und Dopingkontrolle kann es sein, dass manche Schwimemmer erst morgen um 3.00 Uhr im Bett liegen werden – dann weit in den hellen Tag hinein schlafen müssen, um sich einigermaßen bis mittags wieder zu erholen. Alle Top-Schwimmer weltweit versuchen natürlich, sich bestmöglich auf diese Gegebenheiten einzustellen – fraglich ist aber, inwieweit der Bio-Rhythmus ausgetrickst und der Körper bis zu Weltrekorden gepusht werden kann. Joshua Neuloh meint dazu: “Sicher wird der unübliche Zeitplan in Rio die Schwimmer beeinflussen. Sie müssen ihre übliche Routine verlassen, was in der Regel auch einen negativen Einfluß hat. Aber einige Athleten werden dies auch als Vorteil zu nutzen wissen und haben sich darauf vorbereitet in den letzten 2 Jahren, ihre Bestleistung zu nächtlicher Stunde zu erbringen. Wir haben auch diese Faktoren mit in unsere Berechnungen einbezogen, sind aber auch der Meinung, dass die Änderung der Wettkampfzeiten weniger Einfluß auf die durchschnittlichen Ergebnisse haben wird als alle denken.”

Bezüglich der Rückenstarthife meint Joshua Neuloh, dass sie keinen nennenswerten Einfluss auf die Zeiten über die 100 m und 200 m Rücken haben wird.

Joshua Neuloh ist der sportliche Leiter des DVAG-Juniorenteams, das von Weltmeister Marco Koch unterstützt wird. Mit Paul Hentschel, Lea Boy, Thea Brandauer, Katrin Gottwald und Johannes Tesch betreut Joshua Neuloh vielversprechende deutsche Nachwuchsschwimmer.

 

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