Harte Nominierungskriterien WM 2017 mit Extra-Chance für den Nachwuchs

by Daniela Kapser 0

February 15th, 2017 Deutsch

Bundestrainer Henning Lambertz hatte schon vor der Veröffentlichung der Normzeiten für die Weltmeisterschaften 2017 angekündigt, dass es sehr anspruchsvolle Zeiten wären und es keine Ausnahmen geben würde.

Der Qualifikationsprozess ist auf vordefinierte Zeiten bei den Deutschen Meisterschaften in den Vor- und Endläufen beschränkt – vor der WM 2015, den Olympischen Spielen lagen die DM früher und bis zum Saisonhöhepunkt mussten die Athleten auf der Longlist (Quali bei den DM geschafft) in noch einem Wettkampf vorbestimmte Zeiten erreichen.

In Kasan hat dies gut funktioniert, es gab Medaillen und viele Finalteilnahmen und Bestzeiten. In Rio wiederum schien das System nicht den gewünschten Erfolg zu bringen, nämlich dass die Schwimmer ihre Form halten konnten bis zum Saisonhöhepunkt.

Nun liegen die Deutschen Meisterschaften exakt 5 Wochen vor der WM – so ähnlich machen es die US Schwimmer schon immer mit ihren Trials 4-5 Wochen vor dem Saisonhöhepunkt.

Hier sind die Nominierungszeiten plus die deutschen Rekorde. Die Rekorde, die langsamer sind als die Quali-Zeit im Finale, sind fett.

Deutscher Rekord
Frauen                                               Männer                                 Frauen        Männer
Vorlauf Finale    Strecke                Finale           Vorlauf
0:24,82 0:24,53 50m Freistil       0:21,80        0:22,10               23,37          21,81
0:54,50 0:53,53 100m Freistil      0:48,23       0:48,58               52,07         48,24
1:57,74 1:56,63 200m Freistil       1:46,23        1:47,15              1:55,68       1:42,00
4:04,36* 400m Freistil    3:45,43**                                           4:05,84    3:40,07
8:25,55* 800m Freistil                                                                  8:19,53
/ 1500m Freistil    14:55,40*                                                                              14:50,36
1:07,32 1:06,73   100m Brust         0:59,45        1:00,26            1:07,01          59,15
2:26,58 2:22,87  200m Brust        2:08,20        2:11,26             2:25,33     2:07,47
1:00,89 59,35      100m Rücken     0:53,34       0:53,99                 59,77         52,27
2:10,68 2:08,84 200m Rücken     1:56,37         1:57,58             2:08,30       1:55,87
0:58,15 0:57,51   100m Schmett.  0:51,73         0:52,08                 57,70        51,19
2:09,21 2:07,22 200m Schmett.  1:56,03          1:56,72             2:05,26      1:56,24
2:13,01 2:10,87 200m Lagen        1:58,85          1:59,77              2:11,33     1:57,48
4:36,54**  /      400m Lagen /      4:13,55**                                 4:36,10       4:12,08

 

Die Ausnahmezeiten für die Youngsters, also: Jahrgang 95 und jünger könnten einige Schwimmer schaffen – ein Blick in die Bestenliste 2015/2016 auf der 50 m Bahn:

Unter den geforderten Zeiten lag Johanna Friedrich über 400 m Freistil in 4:09,52, Antonia Massone ebenfalls in 4:09,70. Auch über die 800 m Freistil könnten es zwei junge Damen schaffen: Leonie Beck – 8:33,13 und Lea Boy – 8:36,86. Alex Wenk, die aber verletzt ist und erst seit Januar wieder trainiert, über die 100 m Schmetterling, ihre Bestzeit in 2015/2016 war ein Deutscher Rekord ebenso wie ihre Zeit über 200 m Lagen von 2:11,33.

Bei den Männern könnte Damian Wierling mit seinen Zeiten aus der Saison 2015/2016, wenn er diese Leistungen annähernd wieder schwimmen kann, in das WM Team über die 50 m Freistil und 100 m Freistil, ebenso wie sein Teamkollege Poul Zellmann über die 1500 m Freistil – über diese Strecke war Florian Wellbrock in der vergangenen Saison der schnellste Deutsche in 14.55,49 – da würde reichen für den Schwimmer aus dem Jahrgang 97. Und Johannes Hintze hat sicher gute Chancen über die 400 m Lagen.

 

 

 

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