“Time to say goodbye”: Jacob Heidtmann beendet Schwimmkarriere

by Daniela Kapser 1

October 03rd, 2022 Deutsch

Der deutsche Rekordhalter Jacob Heidtmann “hängt die Schwimmbrille an den Nagel”, wie er in den sozialen Medien am Sonntag bekannt gab.

Heidtmann hält seit 2015 den deutschen Rekord über 400 m Lagen (50 m Bahn) in 4:12,08 Minuten, aufgestellt bei den Weltmeisterschaften in Kazan, mit dieser Leistung wurde er Fünfter. Mit dieser Leistung führt der die deutsche Jahrhundertbestenliste an, in Europa ist seine Leistung in der ewigen Bestenliste der 17. Platz.

International konnte er mit der 4×200 m Freitil Mixed Staffel bei den Europameisterschaften in Glasgow mit Gold einen Erfolg feiern. Über 200 m Freistil liegt er mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:46,83 Minuten auf dem dritten Platz in der deutschen Jahrhundert-Bestenliste (hinter Paul Biedermann (Weltrekordhalter) und Florian Vogel.

“Nachdem der Weg zu meinen zweiten Olympischen Spielen vorbei war und ich in Tokyo mit jeder Menge Spaß und Hingabe auf der weltgrößten Bühne schwimmen durfte, spürte ich in der Zeit danach nicht mehr dieses Feuer in mir, mit dem ich einst für diesen Sport gebrannt habe. So nahm ich mir eine bewusst lange Auszeit und versuchte, Stück für Stück den Spaß am Schwimmen wieder zu finden. Meine Leidenschaft für diesen Sport ist zwar nicht erloschen, doch verfolgte ich immer den Leitsatz, dann aufzuhören, wenn der Spaß nicht mehr meine größte Motivation ist” schreibt er auf Facebook. Bei den Olympischen Spielen 2020 hätter er mit neuem deutschen Rekord das Finale erreicht, er wurde jedoch aufgrund eines Wendefehlers im Vorlauf disqualifiziert.

Der 1,95 m große Athlet ist vielfacher Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften und startete für Deutschland bei den Olympischen Spielen 2016 und 2020. Der 27-Jährige studiert Sozialöknomie und freut sich nun darauf, “den Abschluss meines Studiums anzugehen und mehr Zeit für Familie & Freund*innen zu haben”.

Seinen Wechsel nach San Diego, wo er sich bei dem US Erfolgstrainer David Marsh gemeinsam mit u.a. Marius Kusch auf Olympia 2020 vorbereitete, bezeichnet er als “die besten letzten zwei Jahre im Sport, die ich mir nur wünschen konnte”.

In seinem Post (auf Instagram in voller Länge zu lesen) bedankt er sich bei seinen Trainern, aber auch bei seinen Sponsoren, den Stiftungen und Institutionen, “die mir das Leben als professioneller Schwimmer ermöglichten”. Jacob Heidtmann vergißt aber auch die freiwilligen Helfer*innen nicht, “ohne die es nie solch tolle Sportveranstaltungen in Deutschland geben würde”.  Auch in Zukunft möcht er “diesen tollen Sport verfolgen” und er drückt allen Athlet*innen, “die täglich ihre Träume im Schwimmbecken verfolgen, ganz fest die Daumen”.

Sein Fazit zu seiner Schwimmkarriere: “Nun blicke ich zurück auf drei WM-Finals, einen Deutschen Rekord, einen Europameistertitel und zwei Olympische Spiele und kann sagen: Ich bin zufrieden.”

 

 

 

Jacob Heidtmann, Germany, Facebook, courtesy of Jacob Heidtmann

 

Jacob Heidtmann, Instagram, courtesy of Jacob Heidtmann

 

 

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John
2 months ago

Es war ein Fehler bei der Wende, also kein Wechselfehler. Kleiner aber feiner Unterschied 😉