Ryan Lochte: Suspendierung vorbei, jetzt greift er wieder an

by Daniela Kapser 0

July 03rd, 2017 Deutsch

Ryan Lochte hat über verschiedene soziale Medien verkündet, dass er nach dem Ende seiner 10-monatigen Supendierung durch USA Swimming nun wieder zurück ist im Pool und auf sein Ziel, die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, hinarbeitet.

Lochte hatte eine Unstimmigkeit in Rio nach einem Partybesuch mit Sicherheitspersonal an einer Tankstelle als Überfall aufgebauscht – dies bescherte den Organisatoren natürlich sehr schlechte Publicity, galt Rio im Vorfeld der Spiele sowieso nicht als sicher. Es stellte sich jedoch heraus, dass der 32-Jährige einiges erfunden hatte – dies brachte ihm neben dem Verlust seiner Hauptsponsoren auch eine 10-monatige Sperre durch den amerikanischen Schwimmverband ein. Inzwischen ist er bei TYR unter Vertrag, hat noch andere neue Sponsoren gewonnen und wohnt und trainiert jetzt in Los Angeles – gemeinsam mit seiner Verlobten und seinem kleinen Sohn Caiden, dem er seine potentielle Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 widmet.

Lochte war es im Rahmen der Suspendierung nicht gestattet, an der Einladung des ehemaligen US Präsidenten Barack Obama ins Weiße Haus nach den Olympischen SPielen in Rio teilzunehmen, er musst Sozialdienst leisten, durfte nicht zu den Golden Goggles reisen und hatte seine finanzielle Unterstützung durch US Swimming verloren.

Dies ist nun alles vorbei, der 12-malige Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, Weltrekordhalter über die 200 m Lagen, kann wieder ins Geschehen eingreifen, die Weltmeisterschaften in 3 Wochen kann er jedoch nur aus der Ferne sehen – seit 2005 hat er bei Weltmeisterschaften teilgenommen und immer Medaillen gewonnen, darunter viermal hintereinander die 200 m Lagen (2009, 2011, 2013, 2015).

Auch wenn 12 Medaillen bei Olympischen Spielen ihn für immer zu einem der absoluten Top-Athleten machen, hätte Ryan Lochte selber sicher noch die eine oder andere Goldmedaille mehr gewonnen.  Hatte Lochte vor den Olympischen Spielen in London immer wieder gesagt, es wäre nun “seine Zeit”, dann hatte er mehr Goldmedaillen im Fokus als das tatsächlich Ergebnis, wobei eine Medaillenausbeute mit Gold über 400 m Lagen, 4 x 200 m Freistil, Silber 200 m Lagen, 4 x 100 m Freistil und Bronze über 200 m Rücken sicher eine Wahnsinnsleistung ist. Zwischen dem Finale über die 200 m Lagen und die 200 m Rücken lagen gerade mal höchstens 30 Minuten, beide Rennen wurden mit Vor- und Zwischenlauf geschwommen, es gab Silber und Bronze für ihn – auch dies eine herausragende Leistung.

Aber 2012 wollte er vielleicht doch einmal endgültig aus dem Schatten von Phelps heraustreten, was ihm bei den Weltmeisterschaften 2011 in Shanghai mit fünf Goldmedaillen darunter über die 200 m Freistil, 200 m Rücken, 200 m Lagen und 400 m Lagen so bravorös gelungen war.  Und er schwamm in Shanghai über die 200 m Lagen in 1:54,00 den ersten Weltrekord nach dem Verbot der Superanzüge überhaupt – der Weltrekord steht bis heute unangefochten, außer ihm selbst und Phelps ist noch kein Schwimmer überhaupt unter 1:55 geblieben. Und nicht zu vergessen: Lochte ist der absolute König der Kurzbahn, mit alleine 21 Goldmedaillen zwischen 2004 und 2014 und 38 Medaillen insgesamt!

Ryan Lochte kann sicher so viel schwimmerisches Talent wie Phelps zugesprochen werden, aber er hat nicht dieses familiäre Umfeld wie ein Phelps und ein gleichermaßen professionelles Management gehabt. Undenkbar, dass ein Michael Phelps oder seine Mutter mit diesem Rio Vorfall so direkt an die Medien herangetreten wären!

In den sozialen Medien hinterließ er die folgenden Nachrichten, in denen er betont, aus der Suspendierung gelernt zu haben, “ein besserer Mann” geworden zu sein.

 

 

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