Bundestrainer Lambertz spricht klare Worte

by Daniela Kapser 0

August 11th, 2016 Deutsch

Wie die BILD Zeitung heute berichtet, hat sich Cheftrainer Henning Lambertz zum Abschneiden der deutschen Schwimmer bisher geäußert und die Verantwortung für die bisher mäßigen Leistungen übernommen. Zitat Lambertz aus dem Artikel: “Das System muss sich ändern, sonst sind wir im Leistungssport bald nicht mehr existent!“

Bisher sind vier deutsche Schwimmer in Finalläufen gewesen, in London waren es noch acht. Und es sieht so aus, als ob selbst dieses Minimalziel nicht erreicht werden kann, im Vorfeld war mit 2-3 Medaillen sogar gerechnet worden.

Dazu Lambertz: „Sehr enttäuschend, weil die Zeiten in den Disziplinen, wo wir uns MedaillenChancen ausgerechnet haben, nicht Lichtjahre entfernt sind. Die Medaillen werden uns auf dem Silbertablett serviert und wir wollen sie nicht haben. Wir nehmen die Finger lieber wieder weg, statt zuzugreifen.“

Als Fehler, den er gemacht hat, sieht Lambertz, das das Eliteteam mit Marco Koch, Paul Biedermann und Franziska Hentke, die “allesamt enttäuschten”, völlig losgelöst arbeiten durfte. “Aber diese viele Freiheiten waren wohl falsch. Wir werden das Elite-Team extremst überdenken. Es hat nicht zum Erfolg geführt, das muss man klar sagen.“

Henning Lambertz fordert mehr finanzielle Mittel, um besser ausbilden zu können, besser Trainingsbedingungen bieten zu können. Und es sollte mehr finanzielle Anreize für die Athleten geben. Andere Länder wie z.B. die Briten seien deutlich besser ausgestattet, er bemängelt auch, dass nur vier Trainer bei Olympia sind für 27 Sportler, dies wäre zu wenig, bei der WM hätte er noch zehn Trainer dabei gehabt. Die Sportler müßten individuell bei Topereignissen betreut werden können.

Lambertz in dem Artikel weiter: „Wenn man immer weiter reduziert, können wir Schluss machen mit dem Schwimmen. Dann war’s das, Sack zu, das ist meine feste Meinung. Wenn wir jetzt nicht darüber nachdenken, in den Umkehrschluss zu gehen und richtig ins Schwimmen investieren, dann können wir es sofort lassen, dann wird es Nullkommanull besser.”

Allerdings möchte er die Verantwortung, die er als Cheftrainer übernommen hat, nicht wegschieben und er werde abwarten, ob man noch weitere vier Jahre mit ihm arbeiten wolle.

Er appeliert an DSV, DOSB und Innenministerium, sich an einen Tisch zu setzen und Lösungen zu finden, die aber dann tatsächlich auch umgesetzt werden und nicht in Kommissionen hängen bleiben. Außerdem würde er es präferieren, ehemalige Top-Schwimmer wie Britta Steffen, Markus Deibler oder auch den gerade zurückgetretenen Paul Biedermann in “Funktionen” zu heben, die aber durchdacht sein müssen.

 

 

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